Trans-Job

15.09.2011

TRANS-JOB am WHG

Termine Trans-Job Schuljahr 11/12:

(jeweils Nachmittag 14:00 - 17:00 h)

19.10.2011

WHG-Kennenlernen

16./17.11.2011

Lohmann

14./15.12.2011

Lohmann 

31.01./01.02.2012

Lohmann

13./14.03.2012

Lohmann

24./25.04.2012

Lohmann

29./30.05.2012

Lohmann

 

15.08.2008 Transjob 2007/08
  Azubis trainieren Schüler
15.01.2007 [Programm zum HEILOH-Projekt]
  Projekt INVESTOR in Zusammenarbeit mit der Firma Lohmann und Rauscher

 

 

Link zu Stiftung der Deutschen Wirtschaft



- Kooperation SCHULE WIRTSCHAFT -

Projektpartner Schule :

Heisenberg-Gymnasium Neuwied

Projektpartner Unternehmen :

Lohmann & Rauscher Neuwied


Die Verzahnung von Schule und Wirtschaft bei Trans-Job wird über gemeinsame Projekte von Schülern und Auszubildenden erreicht. Aus den Erfahrungen lässt sich heute schon sagen, dass beide Seiten von dieser gemeinsamen Aktivität profitieren.

Vorteile für die Schule

 
Praxisnähe: Während in der Schule Unterrichtsinhalte methodisch-didaktisch aufbereitet, doch überwiegend nur theoretisch (d.h. sekundär) vermittelt werden, können diese im Betrieb "in der Wirklichkeit" (d.h. primär) erfahren werden. Dies hat direkte positive Auswirkungen auf die Motivation und das Engagement der Schüler (Zitat einer Schülerin : "Das Lernen mit Gleichaltrigen im Betrieb ist lange nicht so trocken und steif wie in der Schule !"). Allein der andere Lernort wirkt belebend und erfrischend.
Berufsorientierung: Durch den engen Kontakt zu den Auszubildenden, die bereits einen Schulabschluss (mittlere Reife, Berufsfachschule oder Abitur) erreicht und sich für einen Beruf entschieden haben, durch die Konfrontation mit wirtschaftlich geprägtem Denken und Handeln, mit zielorientiertem Verhalten, das Konsequenzen nach sich zieht und an Erfolgen und Misserfolgen messbar ist, werden die Schüler angeregt, konsequenter über ihre eigene berufliche Zukunft nachzudenken.

Vorteile für das Unternehmen

 
Die Auszubildenden werden durch unsere Projekte mit neuen Situationen konfrontiert, die sie selbstverantwortlich meistern müssen. Sie haben hier die Chance, in einem Freiraum ohne direkte Auswirkungen für die betriebliche Realität zu agieren und dies mit Partnern (= Schüler), die nicht "betrieblich ausgerichtet" sind.

Vorteile für die Teilnehmer

 
Neben den neuen Lerninhalten der Ökonomie (hard skills) tritt vor allem durch den projektartigen Unterricht mit hohen Erwartungen an die Selbständigkeit und Eigenverantwortung die Schulung der Schlüsselqualifikationen (soft skills) in den Vordergrund. Es bleibt festzuhalten, dass alle Teilnehmer während der Projektzeit eine spürbare Persönlichkeitsentwicklung erfahren.

Unsere Philosophie

 
Von Anfang an war die Zusammenarbeit der Schule und des Unternehmens auf Langfristigkeit mit einer kontinuierlichen Erweiterung des Programms und auf Freiwilligkeit zur Teilnahme von Schülern und Azubis angelegt. So wurde eine Programmstruktur festgelegt, die die Projekte (genannt HeiLoh von Heisenberg und Lohmann) jeweils auf ein Schuljahr und eine Jahrgangsstufe begrenzt, so dass diese den Teilnehmern jedes Jahr modulartig angeboten werden können.

Die HeiLoh - Projekte

 

1. Modul : ÖKONOBI (seit Schuljahr 1999/2000)

Die Arbeitsgruppe wird jedes Schuljahr neu zusammengesetzt aus Schülern der MSS 11 und Auszubildenden des Mittelrhein-Modells (Kombinationsmodell duale Ausbildung und BWL-Studium für Abiturienten), die verschiedene kaufmännische Berufe wie z.B. Industriekaufmann oder Informatikkaufmann lernen. Die Gruppe trifft sich einmal im Monat an einem Nachmittag (14:00 bis 17:00 Uhr) im Unternehmen zu einer klar begrenzten Thematik aus dem Bereich der Betriebswirtschaft (Struktur und Organisation eines Unternehmens, Materialwirtschaft, Personalwirtschaft, Kalkulation und Kosten, Verkauf und Marketing). Es geht also um die Vermittlung einer ökonomischen Grundbildung (wie der Name des Projektes anklingen lässt). Die Azubis bereiten die Veranstaltung inhaltlich vor und überlegen sich Präsentationsstrategien. Die Vermittlung erfolgt praxisnah mit Besichtigungen im Betrieb. Durch die Verantwortung der Azubis als "Lehrer" verarbeiten sie den gelernten Stoff viel besser und üben sich in Präsentationstechniken (Zitat eines Azubis: "Im Nachhinein muss ich feststellen, dass ich vieles erst richtig verstanden habe, nachdem ich es vermitteln musste !"). (siehe Artikel: "Azubis trainieren Schüler")

2. Modul : INVESTOR (seit Schuljahr 2001/2002)

Dies ist ein Unternehmensplanspiel, dass in mehreren Gruppen von jeweils drei Schülern der MSS 12 und zwei Azubis aus der kaufmännischen Ausbildung in einer Projektwoche durchgeführt wird. Die Gruppen gründen eigene Unternehmen, die Spülmaschinen produzieren und in einem gemeinsamen Markt in Konkurrenz zueinander treten. Die Unternehmen orientieren ihre Geschäftspolitik an selbstgesteckten Zielen (Gewinn, wachsender Umsatz, sichere Arbeitplätze etc.). Diese Ziele können auf Dauer nur erreicht werden, wenn das Unternehmen wirtschaftlich geführt wird. Nach einer Spielperiode erhalten die Gruppen Computerausdrücke (Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung, Liquidität), die über das wirtschaftliche Ergebnis der jeweiligen Spielperiode informieren. Dieses resultiert aus den eigenen Entscheidungen, den Entscheidungen der Konkurrenten und den veränderten Marktbedingungen und dient als Entscheidungsgrundlage für die folgende Spielperiode. In der Abschlussbesprechung werden die unterschiedlichen Strategien der Gruppen diskutiert und bewertet und der Spielverlauf mit den Ergebnissen für die Präsentation dokumentiert. Durch das Spiel werden ökonomische Grundbegriffe wie z.B. Kalkulation, Gewinn- und Verlustrechnung und Bilanzierung praxisnah erlebt und eingeübt. (siehe Artikel : "Projekt Investor")

3. Modul : KLEBER (seit Schuljahr 2001/2002)

Durch die Diskussion über das Ansehen der Naturwissenschaften in unserer Gesellschaft und den Nachwuchsmangel in den Ingenieurberufen wurde bei vielen Lehrern ein Anstoß für eine stärkere praxisorientierte Vermittlung von Unterrichtsinhalten durch die Zusammenarbeit mit Unternehmen gesetzt. Wenn Arbeitsgruppen aus der Schule in die Betriebe hineingehen, wird sich, so die Überlegung, die theoretische Naturwissenschaft in der Schule zwangsläufig stärker an dem technischen knowhow in den Betrieben orientieren müssen. Daraus ist die Initiative zu dem Projekt "Acryl-Haftkleber" entstanden. Hierbei handelt es sich um zwei Arbeitsgruppen, die jeweils aus Schülern eines Chemiekurses der MSS 12 und Auszubildenden (Chemiekanten und Chemielaboranten) bestehen, die mit der selben Aufgabenstellung konkurrierend gegeneinander bezüglich Zeitdauer und Qualität arbeiten. Aufgabe ist es, selbstständig einen Acrylat-Haftkleber zu entwickeln. Gefordert werden eigenständige Zeit- und Aufgabeneinteilung bezüglich der Entwicklung und Produktion des Klebers im Ausbildungslabor bis hin zur Vermarktung des Produktes. Die Arbeit findet an vier vorbereitenden Nachmittagen und innerhalb einer Schulprojektwoche statt. Am Ende eines jeden Projekttages werden die Ergebnisse der einzelnen Gruppen durchgesprochen und bewertet. Die Gruppen erhalten dann die Lösungen von der Projektleitung, die sie mit ihren eigenen Ergebnissen vergleichen und mit denen sie am nächsten Tag weiter arbeiten können. So wird sichergestellt, dass alle Arbeitsgruppen arbeitsfähig bleiben, auch wenn sie nicht alle Ziele erreicht haben. Erwartet werden Teamarbeit und Synergieeffekte, da von Seiten der Schüler mehr der theoretische Background und von Seiten der Auszubildenden mehr die praktische Anwendung eingebracht werden können.

Erfahrungen und Empfehlungen

Alle Projekte wurden von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern sehr gut angenom-men. Das zeigen die Qualität der Ergebnisse, die positiven Rückmeldungen der Teilnehmer sowie die Steigerung der Teilnehmerzahl über die Laufzeit des Projekts. Das Ziel des Projektes - große Selbständigkeit und Eigenverantwortung der Teilnehmer zu fördern - wurde erreicht. Nur durch die Betonung dieser Komponenten ist letztlich die Belastung für die begleitenden Lehrpersonen und Ausbildungsleiter in Grenzen zu halten.
Die Zusammenarbeit von Schülern und Auszubildenden erwies sich als unproblematisch. Die Projekte fanden in lockerer und zwangloser Atmosphäre statt, wozu sicherlich auch der außerschulische Lernort beitrug.
Ein Problemfaktor kann die Koordination der unterschiedlichen Systeme (Gymnasium auf der einen, Unternehmen und Berufschule auf der anderen Seite) sein : Kursarbeiten, Prüfungstermine, Kursfahrten, Vorstellungsgespräche u.ä. führten zu Terminverschiebungen bzw. Reduktion der Teilnehmerzahl. Eine hohe Flexibilität auf beiden Seiten ist daher gefordert. Positiv wirkt sich hier ein guter persönlicher Kontakt der Verantwortlichen aus.
Die Resonanz bei Eltern und Außenstehenden war sehr gut. Im Lehrerkollegium war die Haltung gemischt. Kritik wurde vor allem wegen der Einbeziehung der Wirtschaft in die Schule laut. Die Gefahr der Einbindung der Schule in die Interessenslage der Wirtschaft wurde deutlich geäußert.
Insgesamt gesehen können wir jedem Lehrer und Ausbildungsleiter die Initiierung von Schüler-Azubi-Projekten empfehlen. Zu beobachten wie junge Menschen aufeinander zugehen und sich gemeinsam in einer Sache engagieren und freudig daran arbeiten, entschädigt bei weitem für die eingesetzte Zeit und Kraft.
H.-W. Horn - Projektleitung beim WHG
S. Hohn - Projektleitung bei Lohmann & Rauscher