Kursfahrt der MSS 13 in die Provence

25.-31.08.2013

Nahezu unmittelbar nach 12,5 Stunden nächtlicher Busfahrt haben wir bereits am ersten Tag keine Sekunde verloren, um von den Schönheiten der Provence zu profitieren.

Die Ankunft in der Jugendherberge der YMCA (Young Men's Christian Association) wurde mit einem fröhlichen „It’s fun to stay at the y-m-c-a..“ eingestimmt. Kurz darauf ging es zur Besichtigung der Altstadt von Avignon, begleitet von einem heiteren „Sur le pont d’Avignon, l’on y danse, l’on y danse...“ als wir die berühmte Bogenbrücke von Avignon in der Ferne sahen. Müde, aber fröhlich und angetan von dem sommerlichen Wetter du Sud de la France, nahmen wir nachmittags gemeinsam an einer Führung im Papstpalast teil. Dieses immense gothische Bauwerk mit bis zu 4 Meter breiten Wänden, war Amtssitz mehrerer französischer Päpste während des 14. Jahrhunderts. Der „Palais des Papes“ gehört mit der wunderschönen Altstadt Avignons zum Weltkulturerbe.

Auch unserem zweiten Tag in der Provence mangelte es nicht an Attraktionen... und Überraschungen. Auf dem Plan stand die Hafenstadt Marseille, und zwar zunächst eine eigenständige Erkundung dieser Metropole und später eine Wanderung zu einer paradiesischen Bucht am Mittelmeer, der „Calanque de Sugiton“. Es war in der Tat eine mehrstündige Wanderung. Die Hitze und die Höhenunterschiede des Pfades machten uns zu schaffen, aber wir waren determiniert. Für die herrlichen Ausblicke und das Baden im Meer hat sich dieses kleine Abenteuer definitiv gelohnt. A propos Abenteuer... Die Rückfahrt mit dem Bus war auch eines! Wir mussten u.a  in einer Schnellstraßentunneleinfahrt, aus den Schranken, rückwaerts wieder herausfahren und zurück durch den Gegenverkehr. An dieser Stelle möchten wir uns (hier unauffällig und dezent...) herzlich beim toleranten Team der Autobahngesellschaft bedanken, die für uns eine Straße gesperrt haben, damit wir dort mit unseren weit über 3,5 Tonnen an zulässigem Gewicht des Busses die Autobahn wieder verlassen können.

Wir müssen eingestehen, dass auch der darauffolgende Tag viel Abwechslung mit sich gebracht hat... Morgens besichtigten wir das „Château de Tarascon“, einem atemberaubenden Renaissancepalast mit Festungscharakter. Die kleine Stadt Tarascon, mit typischem provenzalischem Ambiente bot auch gute Gelegenheiten, um zu spazieren oder typische französische Gerichte und die Sonne zu genießen. Am Nachmittag stand eine Kanufahrt auf dem Gardon von Collias bis etwa zum Aquädukt „Pont du Gard“ an. Wir passierten etwa 10 km in dieser malerischen, naturbelassenen Landschaft. Wir machten auch Halt, um in diesem ruhigen, erfrischenden Fluss zu baden und unsere Kleidung (inklusive uns), in der Sonne trocknen zu lassen. Danach hieß es aber noch etwa 2 km paddeln und so kamen wir endlich mit nassen Hosen und Schuhen, aber schönen Erlebnissen und einigen Armmuskeln mehr, am Ziel an.

Am nächsten Tag „flanierten wir auf den Spuren der Römer“, wie es in unserem Programm stand. Zu gut Deutsch: Wir waren in Arles. Dort besuchten wir das berühmte Amphitheater, in dem auch noch dieses Jahr im September Stierkämpfe stattfinden und ein antikes römisches Theater, in dem uns etwas Hochinteressantes über die römische traditionelle Schauspielkunst erzählt und vorgeführt wurde. Außerdem besuchten wir eine Ausstellung mit Werken des begnadeten Bildhauers Rodin, in der seine Beeinflussung durch die Antike thematisiert wurde. Den Abend verbrachten wir am breiten Sandstrand in einem Dorf in der Camargue, Les Saintes Maries de la Mer. Viele von uns haben dort zum ersten Mal wilde Flamingos gesehen. Auch wilde Pferde und Stiere wurden gesichtet. Die Camargue, bekannt als Naturschutzgebiet, ist hauptsächlich Schwemmland, welches im Delta zwischen zwei Mündungsarmen der Rhône liegt. Deshalb ist das Gebiet günstig für Reisanbau...den berühmten roten Reis aus der Camargue.

Der letzte Tag rundete unseren Aufenthalt entspannt ab. Wir durften zunächst unsere letzten Stunden in Avignon frei nutzen, besichtigten am Abend noch die „Chartreuse“ in Villeneuve-les-Avignon (ein Karthäuser Kloster) und beendeten die Woche mit einem gemeinsamen Abendessen im Restaurant.

Im Namen der Kursteilnehmer bedanken wir uns bei Frau Dietze und Herrn Thiele für diese gelungene und unvergessliche Kursfahrt.

Die Teilnehmer der Kursfahrt mit einer Nachbildung der Taraske, eines historischen Monsters (aus Tarascon).

Agata Walas