Wir können bezeugen: London lebt, trotz Brexit!

Unsere Kursfahrt nach London 03.-09.09.2016

Mind the gap please!“ dieser Warnhinweis begegnete uns bei jedem Eintauchen in Londons Underground und prägte sich entsprechend gut ein. Doch nicht nur die vielen U-Bahn-Fahrten, die es uns ermöglichten die Stadt auf eigene Faust zu erkunden, blieben uns im Gedächtnis. Unsere Zeit in London hielt ganz unterschiedliche, unvergessliche Erlebnisse für uns bereit!
Man muss nur optimistisch sein und Sonnenbrillen tragen, dann bleibt einem der Regen erspart! Da könnte ein Funke Wahrheit dran sein. Fakt ist: für uns schien in London die Sonne. Doch nicht nur wegen des tollen Wetters war die Stimmung bei unserer Ankunft am Sonntagmorgen so gut, auch wegen der Vorfreude auf alles, was uns erwarten sollte.
Nachdem wir einen ersten Blick in die hübsche Lounge unseres Hostels geworfen hatten, verstauten wir unser Gepäck. Dann stellten wir mit großer Zufriedenheit fest, dass es dort freies WLAN gab, was bei einigen echte Erleichterung auslöste. Es konnte also losgehen!
Gemeinsam machten wir uns auf zur Speakers Corner, wo wir den unterschiedlichen Rednern lauschten. Zwar wunderten wir uns manchmal über die offenbarten Meinungen, fanden es aber trotzdem interessant, die rhetorischen Fähigkeiten zu analysieren und die Diskussionen zu beobachten. Dann machten wir uns auf zur RoofTerrace des Einkaufszentrums One New Change, von der wir einen schönen Ausblick auf die St.Paul's Cathedral hatten und besuchten das Museum of London. Dort konnten wir uns über die Stadtgeschichte informieren. Trotz der allgemeinen Müdigkeit wurde das Angebot gerne angenommen. Diese war spätestens nach Verlassen des Museums wieder verschwunden, denn nun stand Freizeit auf dem Programm.

Zum Gedenken an das Große Feuer von London wurde an diesem Abend zum 350. Jubiläum ein Holzmodell der Stadt auf der Themse verbrannt. Dieses Spektakel ließen wir uns natürlich nicht entgehen!

Nach einem Toast-lastigen, aber zufriedenstellenden Frühstück im Hostel machten wir uns am nächsten Morgen auf nach Hogwarts, schafften es aber leider nicht durch die Bahnhofsmauern zum berühmten Gleis 9 ¾. Somit mussten wir uns mit dem Harry Potter Shop zufrieden geben, der jedoch auch die Herzen der Fans unter uns höher schlagen ließ. Es folgte das nächste magische Erlebnis: Die British Library barg ganz besondere Schätze. Ob Galileo, Bach, die Beatles, Edgar Ellen Poe oder Ovid. Die Vielzahl der populären Werke im Original versetzte jeden von uns in Staunen.
Nach einem Lunch Break auf dem Borough Market, der leckere Spezialitäten aus aller Welt bereithielt, besuchten wir das Old Operating Theatre. In diesem auf dem Dachboden gelegenen Saal, wurden im Mittelalter erste Operationen durchgeführt, bei denen angehende „Ärzte“ zuschauten und dadurch den menschlichen Körper kennen lernten. Ohne Betäubung und Penicillin bedeuteten solche Eingriffe für die Betroffenen meist den Tod. Diese gruselige Vorstellung wurde für uns noch lebendiger, als sich unser unerschrockener Freiwilliger Constantin auf den OP-Tisch legte und den Kranken spielte, während wir die Behandlungsmethoden genau erklärt bekamen. Als wir den alten Dachboden schließlich alle gesund und munter verließen, war dem ein oder anderen die Erleichterung doch anzusehen.

Der letzte Programmpunkt dieses Tages war die Besichtigung des Tower of London. Einige von uns nahmen dort an einer mit viel enlischem Humor gewürzten Führung teil, andere bewunderten auf eigene Faust die Kronjuwelen-Sammlung der britischen Königsfamilie.

Am nächsten Tag machten wir uns, je nach selbstgestaltetem Abendprogramm, mehr oder weniger ausgeschlafen auf den Weg zum Globe Theatre. Dort wurden wir bereits von unserem Guide erwartet, der uns das weltweit bekannte Shakespeare-Theater durch viel Interaktion näher brachte. So wurden einige von uns zum Schauspielen animiert, was für viel Spaß unter den Zuschauern wie auch unter den Beteiligten sorgte. Nach einem kurzen Aufenthalt in der Tate Gallery Of Modern Art, stand uns der Nachmittag zur freien Verfügung. Als wir uns abends erneut vor dem Theater trafen um Shakespeares „A Midsummer Night´s Dream“ zu sehen, schmerzten dem ein oder anderen bereits die Füße. Uns erwarteten jedoch noch drei Stunden Vorstellung im Stehen, weshalb wir dem Stück mit gemischten Gefühlen entgegen sahen. Am Ende des Abends war jedoch klar: Auch ohne Sitzplatz war der Theaterbesuch eine gute Entscheidung! Selbst der größte Theatermuffel genoss die moderne Inszenierung und die erstklassige Leistung der Schauspieler.

Den Mittwochmorgen verbrachten wir in einem Hindu-Tempel etwas außerhalb des Stadtzentrums. Bereits von außen beeindruckte die stark verzierte Außenfassade und Architektur, und auch innen erwartete uns eine ganz besondere Atmosphäre. Wir mussten unsere Schuhe ausziehen und wurden auf weichem Teppichboden begrüßt. Eine Ausstellung informierte uns über die Grundzüge des Hinduismus, eine komplexe, vielschichtige Religion und wir konnten an einem Gottesdienst teilnehmen. Diese Prozedur war für jeden von uns eine ganz neue Erfahrung, die viele Fragen aufwarf und zeigte, wie unterschiedlich doch die Religionen sind. Im Anschluss an den Tempelbesuch fuhren wir zum Camden Lock Market um ein wenig zu bummeln und unter den vielen Essensständen den Besten für das Mittagessen auszumachen. Wir beendeten das gemeinsame Programm an diesem Tag mit dem Choral Evensong in der St. Paul's Cathedral. Dort lauschten wir müde dem angenehmen Chorgesang.
Unser letzter Tag startete mit dem Besuch des Imperial War Museum. Auf mehreren Etagen konnte man sich über die vergangenen Kriege informieren. Mittels Bild, Ton und Video wurden zum Beispiel der Erste und der Zweite Weltkrieg spannend und erschreckend detailgetreu dargestellt. Berührend und informativ zugleich hinterließ das Museum einen ganz besonderen Eindruck.

Alles in allem hatten wir sechs wunderschöne Tage in London, die wir nicht so schnell vergessen werden. Wir möchten uns ganz herzlich bei Herrn Paddags und Herrn Brunner für das tolle Programm bedanken, welches uns die Stadt von einer etwas anderen, sehr spannenden Seite gezeigt hat!

Lisa Krause