Surffahrt 2017: Sonne, Wind und Wellen

Am 20. August 2017 versammelten sich die zukünftigen Surfer der Jahrgangsstufe 13 um 8:00 Uhr am frühen Sonntagmorgen an der Schule. Nach einiger Verspätung wegen eines vergessenen Schlafsacks brachen wir gegen 8:45 Uhr unter der Leitung von Busfahrer Peter, Herrn  Selt  und Herrn  David auf und erreichten nach einer etwa vierstündigen Fahrt das Surfcamp am Veluwemeer.

Die gemütlichen 4er-Hütten wurden bezogen, aber an eine Pause von der Fahrt war nicht zu denken. Sofort sollten wir mit dem Training beginnen. Dazu bildeten wir zwei Gruppen. Jeweils einer aus der Vormittagsgruppe hatte einen Partner in der Nachmittagsgruppe, mit dem er sich einen Neoprenanzug teilte. An diesem Tag durften wir jedoch alle ins Wasser, wenn auch nur mit halbem Neoprenanzug.

Unter der Aufsicht unserer Surflehrer Tim, Torben, Julia, Max und Manuel lernten wir den Umgang mit dem Surfbrett, indem wir darauf herumsprangen und versuchten uns gegenseitig runterzuwerfen. Dadurch entwickelten wir vor allem ein Gefühl für das Gleichgewicht und wie man es hält, wenn Wellen kommen

Nach der Rückkehr begann die erste Kochgruppe direkt damit, das Abendessen vorzubereiten. Alle freuten sich nach einem solch ermüdenden, aber auch spaßigen Tag auf die Bratkartoffeln mit Speck und Rührei. Das tolle Essen war ein gelungener Abschluss des ersten Tages.

Am ersten Morgen im Camp war die Enttäuschung groß: es herrschte Flaute. Das bedeutete, kein Surftraining für uns. Doch das sollte uns nicht davon abhalten trotzdem aufs Meer zu fahren! Herr David und Herr Selt hatten schnell eine Lösung und um 12:00 Uhr besorgten wir uns Kanus, Kajaks und Surfbretter, um gemeinsam über das Veluwemeer zu paddeln. Dabei überquerten wir das erste Mal die Fahrrinne, die für den Schiffsverkehr angelegt wurde und den einzigen tiefen Teil des Veluwemeers bildet.

Nach ungefähr einer halben Stunde erreichten wir die andere Seite, stapften durch den Schlamm ans Ufer, die Sportgeräte hinter uns her ziehend. Als wir aus dem Wasser kamen ging es zu Fuß weiter. Dabei wurden Felder und Dörfer passiert, um den exklusiven Eisbauernhof der Familie Bonestroo zu erreichen. Hier wird die Milch frisch gewonnen und sofort zu Speiseeis verarbeitet, dementsprechend  gab es viele ausgefallene Eissorten wie z.B. „Weiße Schokolade“ oder „Likör 43“. Der einzigartige Geschmack belohnte unsere - nicht ganz einfache - Anreise und stärkte uns für den anstehenden Rückweg. Der Abend wurde nach dem Abendessen gemeinsam am Lagerfeuer  beendet.

Tag 3 am Veluwemeer begann erneut mit der Aussicht auf anstehende Flaute und so langsam machte sich leichte Panik bei den Lehrern bemerkbar. Zum Glück bestand dafür nach dem Frühstück kein Grund mehr, sodass die Vormittagsgruppe fast pünktlich ihre erste praktische Surfstunde antreten konnte.  Die am Tag zuvor auf Simulatorbrettern am Strand geübten Windsurfgrundlagen, wie z.B. der Schotstart oder die 360°-Drehung, konnten nun unter Realbedingungen perfektioniert werden.

Als die erste Gruppe zum Strand zurückkehrte, stand schon der nächste Programmpunkt an, der da hieß: Fahrradtour nach Elburg. Bei schönstem Wetter mit der Sonnenbrille auf der Nase traten wir die etwa 8 Kilometer lange Strecke an. Nach kurzer Anstrengung erreichten wir die am Hafen gelegene Altstadt von Elburg. Hier durften wir uns nun in Kleingruppen eigenständig bewegen und die schöne Stadt auf eigene Faust erkunden.

Nach der Rückkehr ins Camp hieß es nun für die Nachmittagsgruppe: rein in die Neos und ab aufs Wasser! Der Wind war nun stark genug, sodass man eine spaßige, feucht-fröhliche erste Surfstunde erlebte.

Am Abend hieß es nun durchhalten, auch wenn von der Surfstunde viele sehr müde waren, denn um Mitternacht standen zwei Geburtstage an. Heimlich hatten wir Kuchen und Kerzen im Bus mitgeschmuggelt, welche pünktlich um 12:00 Uhr am Lagerfeuer übergeben wurden. Auch Geschenke wurden hier bereits verteilt. Nach und nach verschwanden wir dann aber doch in unsere Hütten, die Einen früher, die Anderen später.  

Mittwochs hieß es dann: Gruppentausch! Die Teilnehmer der Vormittagsgruppe von Dienstag bekamen nun die Möglichkeit einmal auszuschlafen und die anderen mussten sich in der Frühe zum Surfen aufmachen. Man merkte sofort, ganz untalentiert sind wir nicht. Es wurde weniger ins Wasser gefallen und die Übungen vom Vortag fielen schon viel einfacher.

Mittags war es dann Zeit für unsere Theoriestunde in Vorbereitung auf die theoretische Prüfung des Windsurf-Grundscheins. Campleiter Frank höchstpersönlich gab den Unterricht und gab sich sehr viel Mühe, alles einfach und verständlich zu erklären und war positiv eingestellt, dass wir alle die Prüfung bestehen würden.

Nach der Theorie ging dann die zweite Gruppe aufs Wasser, während sich die anderen unserer neuen Lieblingsbeschäftigung widmeten: Beachvolleyball. Seit unserer Ankunft hatten wir den Beachvolleyballplatz direkt an unseren Hütten fast durchgehend bespielt. Diejenigen die gerade nicht spielten, bereiteten sich lernend auf die am nächsten Tag anstehende Theorieprüfung vor.

Der Abend wurde nach einem leckeren Essen - Burgern, wie davor auch schon -  am Lagerfeuer beendet.

Der nächste Morgen war von Aufregung und Nervosität geprägt. Die Prüfungen standen an. Wie gewohnt wurden die Gruppen gewechselt und gingen nacheinander aufs Wasser. Die gestellten Übungen wurden ausgeführt, aber keiner war sich sicher, ob das nun die praktische Prüfung war oder nicht.

Nachdem die Nachmittagsgruppe zurückkam, stellten die Surflehrer uns unsere „Praktische Prüfung“.  Alle zusammen mit halbem Neo ins Wasser und Rettungsfahrt üben. Danach sollte einzeln einmal durch die fast windstille Bucht gesurft werden. Eifrig machten die Surflehrer sich ihre Notizen und schickten uns dann zu den Hütten zurück. Um 18:00 Uhr stand dann die Theorie an. Zwar wurden keine Ergebnisse der Praxis geäußert, an der Theorie durften aber alle teilnehmen. 

Als die Prüfung zu Ende war, widmeten wir uns unserem letzten gemeinsamen Abendessen, der Ein oderAndere fing danach schon an zu packen. Nachdem wir am späten Abend durch unsere Surflehrer erfuhren, dass wir alle bestanden hatten, konnten wir in unserer letzten Nacht alle ruhig schlafen.

Freitags wurden dann die letzten Taschen gepackt, die Hütten aufgeräumt und sauber gemacht und die Surfscheine ausgeteilt. Gegen 11:00 Uhr war dann der Bus beladen, die Surflehrer verabschiedet und wir alle eingestiegen, sodass wir unsere Heimreise nach Neuwied antreten konnten. Der ein oder andere wäre sicher gerne noch etwas länger geblieben und auf der Busfahrt ließen wir die aufregende Woche nochmal Revue passieren und die ein oder andere Geschichte wurde ausgetauscht.  Um 16:00 Uhr erreichten wir dann erschöpft aber fröhlich das WHG, wo wir uns ins Wochenende verabschiedeten, die Eindrücke der Kursfahrt noch lebhaft im Gedächtnis.

 

 

Katharina Lay / Kathrin Krieger