Projekt Bierbrauen

Dass die Schülerinnen und Schüler der 13 nach dem schriftlichen Abitur sich gerne mit Bier beschäftigen, ist sicherlich jedem bekannt. So war es für Herrn Schwall, der in dieser Stufe den Chemie-Leistungskurs unterrichtet, naheliegend, diese Motivation der Schüler zu nutzen und in der scheinbar langweiligen Phase vor den mündlichen Prüfungen eine Unterrichtsreihe zu starten, die eben dieses chemisch wie auch historisch faszinierende Getränk thematisiert. Neben dem eigenen Brauen von Bier im Unterricht (Test der Ergebnisse steht noch aus), wollte man natürlich auch einen Einblick in das professionell ausgeübte Handwerk bekommen. Am Donnerstag der vergangenen Woche machte sich der Chemie-LK unter Aufsicht von Herrn Schwall und Frau Schmitz daher auf den Weg nach Mendig, wo die Schülerinnen und Schüler eine Führung durch die Vulkan-Brauerei erwartete.

Freundlich begrüßt wurde der Kurs von einem ansässigen Pensionär, der die Führung über die Brauerei ehrenamtlich anbietet. Zuerst ging es für die Teilnehmenden in den Felsenkeller. Nach einem Abstieg von 30 Metern unter die Erde hatte man eine Schicht Bimsstein und ca. 200.000 Jahre Erdgeschichte durchquert, denn so alt ist der Lavastrom aus Basalt, der dort bis in das 19. Jahrhundert zur Gewinnung von Mühlsteinen oder Material für Kopfsteinpflaster abgebaut wurde. Viel wurde von der Historie des Ortes und den Abbaumethoden berichtet. Mühlsteine aus diesem erkalteten Lavastrom aus der Zeit der Römer konnten bis nach England nachgewiesen werden. Die interessanteste Epoche des 4km2 großen Gewölbes begann jedoch erst 1839, als lokale Brauer das Potenzial der konstant 8 bis 10°C kühlen Räumlichkeiten entdeckten. Diese kühle Umgebung machte es nämlich möglich, Bier über das ganze Jahr hinweg zu brauen und zu lagern, weshalb sich in kurzer Zeit 28 Brauereien an diesem Ort niederließen. Diese intensive wirtschaftliche Entwicklung wurde jedoch 1876 durch die Erfindung der Kühlmaschine von Carl Linde jäh gestoppt, da von da an überall ideale Braubedingungen hergestellt werden konnten.

Der Chemie-LK der MSS 13 von Herrn Schwall vor dem Eingang in den Felsenkeller

Von den 28 Brauereien, die seit 1839 gegründet haben, ist nur noch die Vulkan-Brauerei übrig. Und diese wurde im Anschluss an die unterirdische Führung ebenfalls besichtigt. Beinahe wäre auch die letzte Brauerei in Mendig dem Zahn der Zeit zum Opfer gefallen, die jüngere Geschichte war sehr wechselreich. Doch mit dem Kauf an den momentanen Besitzer jedoch wurde intensiv in die Brauerei investiert, was sofort an der modernen Glasfassade zu erkennen ist. Auch im Inneren des Gebäudes wurde neben den nicht mehr genutzten Kupferkesseln, die nur noch den Besuchern als Anschauungsmaterial dienen, absolutes High-Tech besichtigt: Edelstahlkessel, Pumpanlagen oder die Gärgefäße, deren Anzahl wegen der hohen  Nachfrage erhöht werden soll, waren für die Chemie-LKler ein großer Gegensatz zu dem eigenen Versuch an der Braukunst. Auch wurde der genauen Wege, die die Rohstoffe für die Bierproduktion für das jeweilige Produkt nehmen erläutert  und auch die verschiedenen Produktionsschritte von Malz und Hopfen präsentiert. Zu guter Letzt durfte sich jede und jeder auf Kosten des Hauses von der Qualität des Bieres beim „Zwickerln“ direkt vom Lagertank überzeugen. Im hauseigenen Restaurant wurde dies bei diversen traditionellen Speisen auch gerne fortgeführt.

Der Chemie-Leistungskurs von Herrn Schwall bedankt sich herzlich bei Vulkan-Brauerei für die interessante Führung durch die Räumlichkeiten des Hauses und unter selbigem!