London 2014

London abseits von ausgetrampelten Touristenpfaden entdecken, so wurde uns diese Kursfahrt im Oktober letzten Jahres von Herrn Brunner und Herrn Paddags angekündigt.

Und dies bewahrheitete sich dann auch, denn  der Buckingham Palast, Big Ben, die Tower Bridge oder  Harrods standen nicht auf dem Programm der 23 Londonfahrer, die Samstagsabends um 20:30 nach London aufbrachen,  sie erreichten die britische Hauptstadt am Sonntagsmorgen gegen 9:00.

Unser erster Tag in London stand unter dem Schwerpunkt Stadtgeschichte, so besuchten wir das  Museum of London und konnten in der teilweise interaktiven Ausstellung eine Zeitreise von der Steinzeit bis ins moderne London durchlaufen. Die Meisten schafften es aber nicht mehr in die Moderne, da wir leider zu wenig Zeit hatten.

Denn der Camden Lock Market wartete auf uns, hier gibt es in kleinen Läden, den so genannten Stables, eine Vielzahl an skurrilen und außergewöhnlichen Dingen zu erwerben, man könnte Camden Town, als ein alternatives Viertel beschreiben.

Außerdem besuchten wir an diesem Tag den Speakers Corner am Hyde Park. Anders als erwartet wurden hier hauptsächlich religiös geprägte Reden gehalten, wir waren eigentlich von mehr politischen Reden ausgegangen.

Tag zwei stand dann unter dem Motto Olympia, dazu fuhren wir nach Stradfort in den Queen Elisabeth Olympic Park. In einer zwei stündigen Führung durch liefen wir den gesamten Park und erfuhren viele Informationen und Anekdoten zu Planung, Bau und zukünftiger Nutzung des Park und generell zu den Olympischen Spielen. Momentan werden der Park und die Stadien noch umgebaut, allerdings ist er jetzt schon einen Besuch wert.

Anschließend statteten wir dem Stratford Shopping Center einen Besuch ab, die meisten nutzten die Zeit jedoch nicht mit Shoppen, sondern begaben sich auf die Suche nach günstiger Nahrung.

Am Nachmittag wollten wir eigentlich The Crystal besuchen, ein Museum zur Stadtentwicklung, dieses war jedoch geschlossen. So entschied sich ein Teil der Gruppe mit der Emirates Airline, einer Seilbahn, über die Themse nach North Greenwich zu fahren. Wir genossen einen großartigen Blick über die östliche Themse, den Olympic Park, die O2 Arena, die Docklands und die Skyline von London.

Ein Großteil der Gruppe traf sich gegen 19:00 am Trafalgar Square, um an der Veranstaltung Let’s  stay together teil zu nehmen. Diese wurde von Britischen Prominenten, die uns vollkommen unbekannt waren, veranstaltet um die Schotten von der Einheit des United Kingdom zu überzeugen. Wir hörten zahlreiche Reden unter anderem von Bob Geldorf, diesen kannten wenigstens einige von uns, nachdem klar war, dass er der Vater von Peaches Geldorf ist. Irgendwie hatten viele von uns das Gefühl an so etwas wie einem historischen Ereignis teil zu nehmen, schließlich ging es um die Einheit Großbritanniens.

An unserem dritten Tag beschäftigten wir uns mit Theater, genauer gesagt mit Shakespeare. Wir besuchten also logischer Weise das Globe Theater. Morgens hatten wir einen Workshop, in dem wir unter anderem lernten, dass die Shakespeares Werke leicht zu verstehen seien und die Hauptantriebsquelle Shakespears Geld gewesen sei – because money is honey.

Am frühen Nachmittag fragte sich so mancher, was eigentlich alles als Kunst bezeichnet wird. Wir besichtigten die Tate Modern, die moderne Kunst ausstellt, also z.B. rote wirre Striche auf einer Leinwand oder eine Plastikbox, in der Wasser kondensiert. Wir sahen aber auch Werke von Miro und Picasso, bei denen wir der Meinung waren, die Bezeichnung Kunst sei gerechtfertigt.

Abends genossen wir The Comedy of Errors im Globe Theater, das Stück konnten wir unter anderem Dank Herrn Brunners Einführung  gut verstehen. Zuvor hatten wir große Zweifel, ob wir überhaupt irgendetwas verstehen würden und das Stück nicht langweilig sein würde. All dies erfüllte sich glücklicherweise nicht, wir haben uns wirklich gut amüsieren. Wir würden jeder Zeit wieder dieses Stück anschauen und auch die Stehplätze haben wir überlebt.

 An unserem vierten und vorletzten Tag besuchten wir den Neasden Tempel und die St. Pauls Cathedral.

Der Neasden Temple London ist der größte Hindutempel außerhalb  Indiens. Nach einem Einführungsfilm durften wir den Tempel in einer Führung besuchen. Wie in einer Moschee mussten wir auch hier die Schuhe ausziehen. Ein Teil der Führung beinhaltete auch die Teilnahme an einen Anbetungsritus. Dieser Ritus war für uns alle neu und fremd, aber sehr interessant. Im Anschluss besichtigten wir noch eine Ausstellung über den Hinduismus. Dieser Besuch war für uns alle sehr interessant und zeigte uns eine vollkommen unvertraute Religion und Kultur. Leider konnten wir den Tempel nicht in einer vollen Pracht sehen, da er zur Zeit unseres Besuches von außen gereinigt wurde und deshalb eingerüstet war.

Am Nachmittag nahmen wir dann an einem Evensong in der St. Pauls Cathedral teil und hatten so die Möglichkeit sowohl den Knabenchor von St. Pauls, als auch einen Gottesdienst auf Englisch zu hören. Die dreiviertelstündige Vesper entspannte uns und ließ eine allgemeine Ruhe in der Gruppe aufkommen.

Am letzten Tag ging es in die Docklands, an die östliche Themse, das frühe Handelszentrum Londons. Heute finden sich vor allem um Canary Wharf zahlreiche Wolkenkratzer, die das Wirtschafts- und Finanzcentrum Londons bilden. Wir besuchten das Museum of London Docklands, um uns über die Geschichte der Docklands zu informieren. Das Museum glich dem Museum of London sehr, der Besuch hat sich dennoch gelohnt.

Danach ging es zum Multi Culture Walk nach East London. Diese wurde von einem vermeidlich waschechten Engländer gehalten – dachten wir- bis Karl sich in fließendem Deutsch von uns verabschiedete. Es hatte uns im Nachhinein auch gewundert warum er area und era verwechselte und wir wirklich jedes Wort verstanden. Karl erzählte uns die Geschichte East Londons, welches schon immer multikulturell geprägt war und von der Änderung der heutigen Lage. So war East London, vor allem die Green Street, für ihre hohe Kriminalitätsrate bekannt. Mittlerweile  konnte diese unter den Wert der Londoner Innenstadt gesenkt werden. In dieser Straße lassen sich übrigens viele Sari- und Schmuckgeschäfte finden, denn sie ist das Zentrum für indische Brautmode.

 Eine Station des Walks war der Queens Market. Hier konnten wir viele exotische Lebensmittel, und außergewöhnliche Produkte finden, so etwa verschiedenste Stoffe, Bänder und Knöpfe.

Karl besorgte außerdem original indisches Fingerfood, bis auf einige Ausnahmen probierten alle die vegetarische Kost und vielen schmeckt diese neue Speise sehr gut.

Mit diesem interessanten Einblick in einen Stadtteil Londons, den wir sonst wohl nie besucht hätten, endete unser offizielles Programm für diese Kursfahrt.

Am frühen Abend traten wir die Rückfahrt mit unserem Busfahrer Waldemar und Kirsten’s Army, einem Englischkurs aus Hattingen, die Rückreise an. Wir erreichen das WHG am Freitagmorgen gegen 9:00 Uhr.

Man kann also wirklich sagen, dass wir in unserem Programm die Touristenanlaufpunkte gemieden haben. In unserer Freizeit besuchten wir natürlich Big Ben, Buckingham Palace und Picadilly Circus. Wir nutzen unsere Zeit aber auch dazu einige Drehorte der Harry Potter Filme und der BCC Serie Sherlock zu besuchen, so sahen wir die Drehorte der Winkelgasse, versuchten auf das Gleis 9 ¾ zu gelangen, aßen Schokofrösche und Bertie Botts Bohnen.

Einige besuchten sogar das Natural History Museum, statt der Oxfortstreet einen obligatorischen Besuch abzustatten.

Andere wiederum besuchten Hotels der 40er und 50er Jahre, zum Beispiel das Savoy oder fuhren mit den Londoner Taxis.

Unseren letzten Abend verbrachte fast die gesamte Gruppe in einen netten urigen Pub. Und hatten einen wirklich gemütlichen letzten Abend. Was wir allerdings von den Mäusen halten sollen, die plötzlich unter der Tischen herum liefen, wissen wir bis heute nicht.

Nicht zu vergessen ist auch, dass wir einen großen Teil unserer Freizeit mit der Suche nach günstigen Lebensmitteln verbrachten. Das ist in London nämlich nicht ganz so einfach, außer man sucht sich die nächstgelegene Filiale der Supermarktkette Tesco.

Wir hatten zusammen mit Hrn. Brunner und Hrn. Paddags fünf wunderschöne und spannende Tage in London. Jeden Tag gab es neue Dinge zu entdecken, auch für diejenigen die schon öfters in London waren, das Programm war eigentlich nie langweilig und wir hatten jede Menge Spaß in der britischen Hauptstadt.

Vielen Dank an Hrn. Brunner und Hrn. Paddags für diese tolle Kursfahrt, wir werden diese so schnell nicht vergessen.

Sophia Begasse