Geschichten zu Balladen

,,Finster ist die Mitternacht" - 
Ausgestaltung der Ballade zu Geschichten aus der Perspektive eines Wanderers

 

Finster ist die Mitternacht

 

Es war Mitternacht, als ich eine einsame Landstraße entlang wanderte. Finsternis und Kälte umgaben mich und Regen prasselte aus trüben Wolken herab. Ich fühlte mich unbehaglich und war froh, als ich die Stadt in der Ferne sah.

Aber plötzlich bekam ich erneut ein mulmiges Gefühl. Denn hinter mir hörte ich ein schreckliches Dröhnen. Eine Peitsche knallte laut und ein Pferd wieherte. Jetzt bekam ich es tatsächlich mit der Angst zu tun. Vorsichtig drehte ich mich um und wurde schlagartig von einem gleißenden Licht geblendet, das in der Dunkelheit auf mich zu kam. Doch als sich meine Augen daran gewöhnt hatten, erschrak ich zu Tode. Das Licht kam von einer Kutsche, die in Flammen stand.

Sofort wurde mir klar, dass es sich um die Kutsche des Bürgermeisters handeln musste. Ich erinnerte mich an die alte Legende aus meiner Stadt, in der diese grauenvolle Kutsche beschrieben wird. Angeblich hatte es vor langer Zeit einen Bürgermeister gegeben, der die Stadt verraten wollte. Aber nach seinem Tode war er für seine Taten bestraft worden. Seitdem soll er der Sage nach viermal im Jahr in einer brennenden Kutsche, deren Flammen ihn unendlich quälen, aus der Hölle auffahren.

Von solchen überlieferten Geschichten halte ich eigentlich nichts, doch als ich diese Kutsche vor mir sah, wurde mir klar, dass es sich hier um die Wahrheit handelte. Denn alles war genau so, wie in der Legende beschrieben: Im Inneren des Gefährts loderten Flammen und auch die Räder waren in Brand gesetzt worden. Selbst aus den Nüstern des riesigen Pferdes drang Feuer.

Ich war von dieser Erscheinung völlig gebannt. Erst als ich die unglaubliche Hitze der Flammen spürte, sprang ich an den Rand der Straße und die Kutsche raste an mir vorbei. Sie war mir nun schon so nah, dass ich den Kutscher sehen konnte, der sicher kein menschliches Wesen war. Er hatte am ganzen Körper grüne Schuppen und an seinen Fingern befanden sich lange Krallen. Als nächstes erblickte ich einen schreienden Mann im Inneren des Gefährts. Es war der Bürgermeister, wie ich an seiner Kleidung unschwer erkennen konnte. Er saß im Flammenmeer und man sah, dass er sich schrecklich quälte. Der Bürgermeister wurde von den Flammen förmlich verschlungen. Er musste wirklich Schlimmes getan haben, wenn er auf diese Weise so hart bestraft wurde. Mein Blick fiel erneut auf den Kutscher, der lachend auf mich herab sah und wieder das nachtschwarze Pferd peitschte, das die Kutsche zog. Er musste mich wohl erblickt haben, als ich beim Anblick des Bürgermeisters kurz aufgeschrien hatte.

Die Kutsche war jetzt so weit gefahren, dass ich sie nur noch von hinten sehen konnte. Sie entfernte sich nun immer schneller. Und ich stand erstarrt am Rand der Straße und konnte nicht glauben, was ich gesehen hatte. Als ich die Kutsche schließlich in der Dunkelheit nur noch erahnen konnte, machte ich mich wieder auf den Weg.

Ich bin mir sicher, dass ich dieses grauenvolle Ereignis nie vergessen werde.

Sonja Kowallek, Klasse 7c

 

Finster ist die Mitternacht

,,Es war der 23. Dezember um Mitternacht. Ich hatte mich verlaufen und eine unbekannte Stadt in der Ferne entdeckt. Meine Füße waren schwer, deshalb setzte ich mich auf eine Bank. Ein kalter Wind kam auf.
Plötzlich hörte ich eine Peitsche knallen, dann lautes Rufen. Der Boden vibrierte und die Steine hüpften auf und ab. Ich flüchtete schnell hinter einen Busch, als die mächtigen Hufe näher kamen. Nun sah man eine Kutsche. Sie brannte!
Das Pferd war schwärzer als die Nacht, außerdem schnaufte es Feuer aus den Nüstern. Das Feuer schien heller, als ich es sonst kenne.
Der Kutscher war ein Monster! Er hielt eine Fackel in der einen Hand und sah gruselig aus. Ich bin fast in Ohnmacht gefallen. Dann konnte ich in die Kutsche hineinblicken: Das Erste, was ich sah, war ein dicker Mann mit einem Hut und einem Anzug, an dem drei Sterne angenäht waren. Dies gab mir den Hinweis, dass der Mann ein Bürgermeister sein musste. Schlimm war es; man hörte Klagen und Wimmern. Ich hatte Mitleid.
Endlich war der Wagen weg. Man hörte nichts, mehr außer das leise Knallen der Peitsche aus der Ferne.
Ich war erschöpft. Ohne dass ich es wollte, schlief ich ein.

Am nächsten Tag machte ich mich auf den Weg ins Dorf. Dort erfuhr ich, dass der Mann in der Kutsche wirklich der Bürgermeister war und er, da er die Stadt verraten wollte, seine Strafe bekommen hatte.

Heute habe ich vor meinen inneren Augen immer noch den brennenden Wagen, das Monster und den leidenden Bürgermeister.“

Carla Flohr

        

Finster ist die Mitternacht

Es war Mitternacht, als ich auf einmal ein pechschwarzes Ross mit tellergroßen Augen aus einer Felsschlucht reiten sah. Einen Wagen zog es hinter sich her, voll in Flammen, ganz klapprig polterte er über den steinigen Untergrund. Und  als der Wagen näher kam, sah ich es, ein Ungeheuer ganz in schwarz saß  auf dem Kutschersitz. Das Polster voller Glut und halb zerfetzt. In seiner Hand eine lange Peitsche, die es wie ein Tier auf den eiskalten Boden schlug. Der Wagen kam näher und es roch nach Feuer und Qualm. Plötzlich hörte ich Schreie aus dem Wagen. Auch im Inneren stand alles in Flammen, umso mehr  erschrak ich, als ich eine Hand aus dem bereits zerschmolzenen Fenster strecken sah. Mir blieb das Herz fast stehen, als ich einen Kopf in den Flammen zu sehen bekam. Er war schon ein wenig schwarz und der Hut hing ihm nur noch wie ein Lappen vom Kopf. Es war der Bürgermeister, er heulte und jammerte, als er seine gerechte Strafe erhielt, da er seine Stadt verraten hatte. Bevor ich es realisieren konnte, verschwand das Gefährt als ein heller Strahl in der nächtlichen Finsternis…

Jana Wagner 7c  W-H-G