Französisch im Praxistest: 1x Arras und zurück

MI 21.9.      

Wir haben uns alle um 08:15 Uhr an der Schule getroffen. Das Verabschieden und in den Bus Einsteigen ging relativ schnell, sodass wir um halb neun voller Vorfreude auf die folgende, fast 7-stündige Busfahrt, schon auf dem Weg nach Arras waren.

Viel mehr als Essen, Schlafen und Versuchen sich nicht in die Hose zu machen, weil man natürlich vergessen hatte vorher auf Klo zu gehen, konnte man im Bus nicht machen, also waren alle ziemlich glücklich und wahrscheinlich auch ziemlich aufgeregt, als wir gegen drei Uhr in Arras ankamen.

Nach und nach wurden wir von unseren Gastfamilien abgeholt und mit jedem Kind, das verschwand, stieg die Nervosität.

Als ich irgendwann als eine der letzten von meiner Austauschschülerin empfangen wurde, wusste eigentlich keine von uns nach der Begrüßung und dem Austausch einiger Höflichkeiten, was sie sagen sollte.

Ich hoffe mal, dass ich nicht die einzige war, die nicht sofort eine Unterhaltung zu Stande brachte. Diese etwas peinliche Stille hielt ungefähr die ganze Fahrt nach Hause an. Ich war dann ganz schön froh, dass wir es hingekriegt haben, den ganzen Nachmittag zu reden und irgendwie, war es dann ziemlich schnell gar nicht mehr merkwürdig zwischen uns.

 

 

DO 22.9.

Nach der ersten Nacht bei unserer Austauschfamilie in Arras gingen wir mit unseren neuen Kameraden in ihre französische Schule. Zuerst wurde man am großen Eingang kontrolliert, indem man sein Hausaufgabenheft zeigte, damit nicht jeder einfach so in die Schule hineinkommen kann. Dort versammelten wir uns und es wurde erstmal heftig diskutiert und ausgetauscht wie es allen am Abend und in der ersten Nacht ergangen war. Waren die Eltern nett? Und was gab es zum Essen? Doch allen hat es auf Anhieb gut gefallen. Dann wurden wir aufgeteilt. Eine Gruppe ging in den großen Computer-Raum, um Informationen über Paris zu sammeln. Die Hauptstadt Frankreichs sollte ja in einigen Tagen besichtigt werden. Die andere Gruppe besuchte den Schulunterricht. Wir durften beispielsweise den Musikunterricht einer 7. Klasse besuchen. Sie haben „Freude schöner Götterfunken“ gesungen und außerdem Orchesterstücke ausgearbeitet. Die Lehrerin war streng, aber sehr freundlich. Nach einer Stunde wurde dann gewechselt.

Mittags fanden wir uns in der Kantine wieder zusammen und aßen gemeinsam mit unseren corres. Nach einer längeren Pause trafen wir uns erneut und gingen zusammen zur Turnhalle, um den Nachmittag mit verschiedenen Sportaktivitäten zu verbringen. Die Halle befindet sich nicht auf dem Schulplatz, sondern einige Gehminuten davon entfernt. Die Teams wurden so aufgeteilt, dass immer drei Deutsche mit ihren Austauschschülern zusammen spielten. So bildeten jeweils sechs Personen eine Mannschaft. Jedes Team bekam verschiedenfarbige Trikots und voilà, schon ging es los, die Spiele wurden vom Sportlehrer vorgestellt und die Regeln bekannt gegeben. Zwei Stunden lang ging es um Volleyball und Ultimate. Alle sechs Gruppen spielten einmal gegeneinander. Es war nicht immer leicht, den aktuellen Punktestand mitzuteilen oder Strategietechniken zu erklären, doch trotzdem hatten alle Spaß. Anschließend zogen wir uns um und gingen zur Schule zurück. Gegen 16 Uhr machten wir uns dann auf den Weg nach Hause. Einige gingen zu Fuß, andere mussten noch auf den Bus warten und manche wurden abgeholt. Dabei tauschte man sich schon mit seinem Austauschschüler über den Tag aus und verbrachte den nächsten Abend in der Familie. Manchmal gab es noch eine kleine Zwischenmahlzeit, den goûter, in Form von Waffeln oder Keksen vor dem normalen Abendessen. Da die „kleine“ Zwischenmahlzeit aber gar nicht so klein war, dachte man, dass dies schon das richtige Abendessen sei. Doch als dann ein riesiger Topf mit einem Hähnchen auf den Tisch gestellt wurde, war klar, dass erst das das Abendessen war. Das Problem war nur, dass man eigentlich schon satt war! Doch ein bisschen geht ja immer noch. Vielleicht wurden danach auch noch einige Gesellschaftsspiele ausgepackt. Natürlich dauerte es hierbei ein bisschen bis man der Erklärung auf französisch folgen konnte, doch es war spannend auch mal andere Sachen auszuprobieren. Somit erlebten wir am ersten Tag schon viel und lernten auch die französische Schule näher kennen.

 

 

 

FR 23.9.

Louvre Lens

Notre Dame de Lorette

Souchez Centre d’histoire guerre et paix

 

 

 

 

SA 24.9.

Am Samstag den 24.09 konnte ich ausschlafen.Ich schlief bis ca.10 Uhr und dann gab es Nutellabrot zum Frühstück. Nach dem Frühstück machten wir uns fertig, und dann fuhren meine Corres, ihre Mutter und ich zu einem Badminton-Turnier. Ségolène spielte und ich sah zu, ab und zu las ich etwas oder vertrat mir die Beine. Nach etwas langweiligen 6 Stunden fuhren wir wieder nach Hause. Während Ségolène duschte, unterhielt ich mich mit ihren Eltern. Sie zeigten mir Bilder, und später am Abend fuhren wir essen. Wir mussten etwas länger auf einen Platz im Restaurant warten,  weil es dort sehr voll war, aber das Essen schmeckte gut. Nachdem wir gegessen hatten fuhren wir zum Bowlen, mittlerweile war es schon halb 11. Gegen halb 12 kamen wir zu Hause an und gingen schlafen. Am nächsten Tag schlief ich wieder lange, aber meine Gastfamilie ließ mich schlafen. Später lagen wir bestimmt 2 Stunden auf dem Sofa und haben fern gesehen und geschlafen, dann kamen ihre Eltern wieder und der Vater machte uns die Playstation an. Ségolène und ich spielten den restlichen Tag und dann gingen wir irgendwann schlafen.

Am Samstag sind wir direkt nach dem Frühstück mit der ganzen Familie und ihren Freunden zu les deux caps  gefahren. Le cap gris nez ist der nördlichste Punkt Frankreichs. Es liegt in der Nähe von Calais. Das Wetter war so schön, dass wir vom Strand aus die Küste Englands sehen konnten. Wir haben den ganzen Nachmittag am Strand verbracht und Ball gespielt. Das Wasser war zwar kalt, aber trotzdem konnte ich schwimmen. Am Abend haben wir alle zusammen gegessen und wieder stand le maroille, kräftiger Käse aus der Region, auf dem Tisch. Es war ein sehr schöner Tag.

Am Samstag haben wir morgens Lasergame gespielt, leider haben die Deutschen verloren. Wir haben zwei Runden gespielt, während ein paar andere noch gebowlt haben. Nach dem Lasergame sind wir noch ein bisschen in der Stadt rumgelaufen, wo wir einige Postkarten gekauft haben. Danach sind wir nach Hause gegangen und haben noch Gesellschaftsspiele gespielt.

 

 

SO 25.9.

Am Sonntag wollten wir klettern gehen, nur leider war der Kletterpark wegen einer Renovierung geschlossen. Deswegen sind wir wieder nach Hause gefahren und ich habe die Postkarten beschrieben und sie verschickt. Danach haben wir wieder Gesellschaftsspiele gespielt.

 

Am Sonntag schliefen wir bis 10.00 Uhr und frühstückten zusammen. Nachdem wir einige Spiele gespielt und etwas gegessen hatten, machten wir uns auf den Weg ins Bowling Center, wo wir bowlten und Lasertag spielten. Zwar haben wir hier verloren, es machte trotzdem sehr viel Spaß. Zurück zu Hause, musste meine corres noch Hausaufgaben machen, so dass ich eins ihrer  Bücher las. Der Rest des Abends ging mit viel Unterhaltung, vor, während und nach dem Abendessen, vorüber. Um 22.00 Uhr war Schluss, denn morgen sollte es ja nach Paris gehen.

 

MO 26.9.

PARIS

DI 27.9.

Um 9.00 Uhr trafen wir uns am Collège, um uns ins unterirdische Arras aufzumachen: Les boves, ehemalige Steinbrüche, die einen Großteil der Stadt Arras unterhöhlen, standen auf dem Programm, ebenso wie der Beffroi, der Glockenturm neben dem Rathaus, der bei bestem Wetter eine super Aussicht auf die ganze Stadt bot. Da noch Zeit war, konnten wir bereits mit der  Stadtrallye beginnen, die wir nach dem Mittagessen in der Schulkantine und einer Führung über die beiden großen Plätze von Arras, fortsetzten. Ab 17.00 fuhren wir nach Hause zu unseren Gastfamilien, zu einem letzten Abend.

 

MI 28.9.

Alle freuten sich schon auf die Rückfahrt. Nach einer mehr oder weniger schönen Woche war man glücklich seine eigene Familie wiederzusehen .

Um acht Uhr ging es los! Es war noch dunkel als wir uns trafen. Noch eine kurze Verabschiedung von den Gastfamilien und den corres. Schon befanden wir uns auf der Autobahn.

Nachdem sich die Aufregung gelegt hatte wurde ein französischer Film angemacht. Er handelte von einem Postboten, der in die Region unseres Austausches strafversetzt wurde. Alle hörten gespannt zu und nutzten ihre neu erworbenen Sprachfähigkeiten, um dem Film besser folgen zu können.

Nach einigen Toilettenpausen erreichten wir erleichtert das uns wohlbekannte Neuwied. Wenige Minuten später sahen wir schon die Eltern vor dem WHG stehen und alle waren glücklich.

Berichte der Austauschteilnehmer