Exkursion der Klasse 9c ins NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln

Am Donnerstag, dem 27.10.2016, waren wir, die Klasse 9c, mit unseren Lehrern Frau Osenberg und Herrn Hülße auf Exkursion in Köln, um das NS-Dokumentationszentrum im EL-DE-Haus zu besichtigen.
Nach einer fröhlichen Zugfahrt, auf der viel geredet und gelacht wurde, kamen wir gegen 10.30 Uhr in Köln an. Da wir ein wenig zu früh waren, ging es zunächst für einen kurzen Rundgang in den Dom, der wie immer sehr eindrucksvoll und voller Touristen war. Danach begaben wir uns gemeinsam zum Appellhofplatz, an dem das EL-DE-Haus liegt. Dabei handelt es sich um ein großes Gebäude, welches 1935 im Auftrag von Leopold Dahmen (dessen Initialen namensgebend waren) gebaut und noch im Rohbau von der Kölner Gestapo beschlagnahmt worden war. In kleinen Gruppen besichtigten wir das Museum. Im Untergeschoss befindet sich das ehemalige Gestapogefängnis, in dem man einzelne Zellen und Räume betreten und sich in die Lage und Lebensbedingungen der Häftlinge hineinversetzen kann. Auf Texttafeln wird über das Leben dort, die Folter und die Hinrichtungen informiert und es werden ergreifende Einzelschicksale geschildert. Besonders bewegend sind die über 1800 Inschriften und Zeichnungen von Gefangenen, die alle im Original sowie in deutscher und englischer Übersetzung zu sehen sind. Die Worte der Häftlinge drücken zum Teil Langeweile oder Unverständnis aus, doch je weiter man in den Keller gelangt, desto mehr Verzweiflung ist in den Worten zu spüren, bis schließlich Abschiedsbriefe zu lesen sind oder Inschriften, deren Verfasser auf den Tod warten oder sogar hoffen. Schließlich gelangt man in den Innenhof des Gebäudes, in dem die Hinrichtungen stattfanden. Alle vier Seiten sind mit Spiegeln bedeckt, was auf den Besucher eine beklemmende Wirkung hat. Der Keller ist als Gedenkstätte der Kern des Museums, doch auch die anderen Ausstellungen sind wirklich sehenswert und informativ.
Im Erdgeschoss befindet sich zur Zeit die Sonderausstellung “Jugend im Gleichschritt!?”, die sich ausführlich mit der Hitlerjugend befasst. Anschaulich wird geschildert, welchen Einfluss die Herkunft der Jugendlichen auf ihre Verbindung zur Hitlerjugend hatte und in welchem Konflikt diese mit Familie, Schule und Kirche stand. Auf den sehr weitläufigen Ebenen des 1. und 2. Stockwerks kann die Dauerausstellung “Köln im Nationalsozialismus” besichtigt werden, die vom Aufstieg der NSDAP in Köln bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs berichtet, wobei neben den Grundzügen der NS-Geschichte viel Wert auf lokalen Einfluss gelegt wird. Leider ist das Museum so umfangreich, dass es kaum möglich war, sich ein Bild von allen Ausstellungsbereichen zu machen. Dennoch hat sich unser Besuch wirklich gelohnt.
Nach der Besichtigung durften wir uns in Kleingruppen durch die Kölner Innenstadt bewegen, wobei sich zwar einige verliefen, aber letztendlich jeder die Zeit auf seine Weise nutzte. Nach einer entspannten Rückfahrt kamen wir pünktlich um 16.30 Uhr wieder in Neuwied an.

Insgesamt hatten wir eine sehr schöne Exkursion mit einem wirklich sehenswerten Ziel. Um sich das oben Geschilderte auch ohne einen Besuch besser vorstellen zu können, lädt auf der Homepage des Museums ein 360°-Rundgang zur interaktiven Besichtigung ein, der jedoch nicht ganz die tatsächliche Wirkung des Museums vermitteln kann.     

Sonja Kowallek, 9c