Dritte Austauschfahrt ins sonnige Südfrankreich

Freitag 11.11.
Am Freitag war Feiertag in Frankreich, sodass wir ausschlafen konnten und ein längeres Wochenende hatten. Jeder hat anderen Erfahrungen gemacht an den folgenden drei Tagen. Für mich ging es nach dem Frühstück auf den Markt zum Einkaufen. Nachmittags haben wir uns mit drei Austauschpaaren getroffen.  Zuerst sind wir in einem alten Steinbruch geklettert. Um die Zeit zu überbrücken, haben wir "Fukushima" gespielt. Hierbei handelt es sich um ein Spiel für Kinder, bei dem man der anderen Person auf die Hand schlagen muss. Dieses Spiel verfolgte uns auch an den folgenden Tagen noch. Anschließend waren wir in einem Theaterstück, welches von Jugendlichen geschrieben und aufgeführt  wurde. Auch wenn wir nicht alles verstanden haben, war es sehr lustig. Als Abrundung für diesen tollen Tag gab es noch ein gemeinsames Abendessen.

Luisa

Samstag 12.11.
Der drittte Morgen in den Gastfamilien begann für mich etwas früher, denn schließlich sollte es heute zeitig nach Montpellier gehen. Nachdem wir, wie jeden Morgen, unser Frühstück ganz ohne Teller gegessen hatten, trafen wir uns mit einem anderen Austauschpaar und fuhren zusammen zum ,,Tram“-Bahnhof (Tram ist der in Frankreich gängige Ausdruck für die Straßenbahn). Nach ein bisschen Wartezeit und ca. 12 Minuten Fahrt waren wir schon da.


Zuerst gingen wir entlang einer hübschen Allee zur ,,Place de la Comédie“. Da dort ein kleiner Markt stattfand, wimmelte es nur so von Leuten. Weiter führte uns der Weg durch die kleinen Gassen mit vielen Läden und Cafés bis hin zum Justizpalast. An diesem Ende der ,,Rue Foch“ befindet sich auch der Triumphbogen ,,Porte du Peyrou“, der fast genauso aussieht wie der in Paris. Danach sind wir dann noch die sich hinter dem Bogen erstreckende ,,Promenade du Peyrou“, bis zum Aquädukt entlang gelaufen. Dies ist ein Bauwerk, das früher zur Wasserversorgung der Stadt diente und immer noch ganz schön aussieht. Von dort aus hatte man eine super Sicht über ganze Stadtteile. Klar machten wir also auch ordentlich Fotos.
Nach der kleinen Runde ging es nun noch shoppen und Waffeln essen. Mit der Dämmerung machten wir uns dann auf den Rückweg, aber nicht ohne einen zweiten Stopp am ,,Corum“ zu machen, von dessen Dach aus man bis zum Platz de la Comédie zurückschauen konnte. Natürlich hatten wir viel Spaß dabei, als Gruppe die Stadt zu erkunden (also alleine; ohne Erwachsene). Außerdem war es manchmal doch auch ganz gut, mal wieder jemanden zu haben, der unsere Sprache spricht :). Etwas müde ging es zum Schluss mit der Bahn wieder in die Gastfamilien, wo schon das Abendessen auf uns wartete.

Merret

 

Sonntag 13.11.
Am Sonntag haben wir zunächst sehr lange geschlafen. Als dann alle um Mittag aufgestanden waren, spielten wir ein Spiel. Währenddessen bereitete die Gastmutter ein Käsefondue vor, das sie nach einem deutschen Rezept herrichtete .Um zwei Uhr gab es Mittagessen. Eine Stunde später trafen wir und mit einigen anderen deutschen und deren französischen Austauschschülern. Zusammen gingen wir dann in die Eishalle (la patinoire). Um viertel vor sechs beendete wir unseren Besuch und fuhren teilweise wieder zurück zum Haus. Später am Abend gab es abschließend  noch ein Abendessen.

Lucia

 

 

Montag 14.11

Am späten Montagnachmittag betraten wir deutschen Schüler das Klassenzimmer, in dem die französischen Schüler schon gespannt auf uns warteten.
Wir freuten uns schon wahnsinnig auf den gemeinsamen Unterricht, da wir endlich wieder die Chance bekamen, Deutsch zu sprechen und uns ein Bild von dem Deutschunterricht in Frankreich machen konnten.
Voller Freude verteilten wir uns in der Klasse. Diese wurde anschließend von Frau Dietze in Gruppen aufgeteilt, sodass es in jeder Gruppe einen deutschen Schüler gab.
Die Franzosen mussten uns dann (private) Fragen zum Beispiel über unser Alter, Hobbies, Familie, Lieblingsessen oder unseren Musikgeschmack stellen, die sie vorher gemeinsam mit Frau Dietze an der Tafel gesammelt hatten.

Dies bereitete sowohl den Franzosen als auch uns Deutschen jede Menge Spaß, vor allem als jede Gruppe dann ihren Schüler auf Deutsch vor der Klasse vorstellen musste.
Im Großen und Ganzen war der Unterricht sehr interessant und eine lustige Erfahrung und zeigte uns, dass wir nicht die Einzigen waren, die hin und wieder mal kleine Probleme mit Fremdsprachen hatten.

Angeliqua


Dienstag 15.11.

Zunächst trafen wir uns alle um 8Uhr an der Schule und während unsere Austauschpartner zum Unterricht gingen, machten wir uns auf den Weg zum Bahnhof in Lunel. Nach einer kurzen Wartezeit nahmen wir den Zug um 8h59 nach Montpellier und nach einer ca. 18 minütigen Fahrt erreichten wir unser Ziel. Dort erkundeten wir mit Hilfe von Frau Ayme, die Lehrerin für angewandte Kunst ist, das „neue“ Montpellier. Dabei erfuhren wir z. B. dass Montpellier eine der wichtigsten französischen Städte ist und eine sehr alte, traditionsreiche medizinische Fakultät hat. Nach der Führung machten wir um 12 Uhr eine Mittagspause und hatten noch ein wenig Freizeit, ehe es um 12h45 ins Musée Fabre ging. Dieses Museum gilt als eines der wichtigsten Kunstmuseen Frankreichs, in dem bedeutende flämische, holländische, italienische, spanische und französische Künstler ausgestellt sind. Nach dem Museum ging es zurück zum Bahnhof, wo wir um 15h30 den Zug zurück nach Lunel nahmen. Zurück an der Schule ging es für manche noch zum Unterricht. Für mich ging es, zusammen mit zwei anderen, zum Theaterunterricht.

Valeria

 

Mittwoch 16.11.

Wir begannen den Tag alle unterschiedlich. Jeder ging mit seinem corres in den jeweiligen Unterricht. Für manche bedeutete dies anderthalb oder aber auch nur eine halbe Stunde den französischen Lehrern lauschen und versuchen wenigstens eine Kleinigkeit zu verstehen. Nach dem Unterricht ging es für die deutschen Schüler in die Altstadt von Lunel. Dort erwartete uns eine Führung durch die Stadt, wir erfuhren viele interessante Details über Lunel, wie z.B. dass die Stadt im 12. Jahrhundert eine Bildungshochburg gewesen war, und konnten sogar unser Vokabular erweitern, weil unsere französische Führerin ständig von uns wissen wollte, wie bestimmte Dinge auf Französisch heißen. Sie erzählte uns etwas über ein kleines Kloster in Lunel und dass die „pénitents blancs“, also Männer, die dort lebten, meist unerkannt bleiben wollten und sich, wenn sie im Auftrag der Kirche unterwegs waren, maskierten. Zudem erfuhren wir auch, dass es heute noch einen ähnlichen "Geheimbund" in Frankreich gibt.
Den Nachmittag verbrachte jeder anders. Die einen waren shoppen, die anderen lieferten sich mit ihren Austauschschülern ein Basketballduell.

Nina, Jan-Christoph, Lisa



Donnerstag 17.11.


An diesem Tag fuhren die Deutschen und ihre Austauschschüler gemeinsam nach Nîmes. Als erstes besuchten wir den Pont du Gard, ein römisches Aquädukt, und das dazugehörige Museum. Anschließend hatten wir etwas Zeit, um unsere mitgebrachten Sandwiches zu essen und die Gegend um den Pont du Gard auf eigene Faust zu erkunden. Dabei trafen wir ein kleines schwarzes Fellknäuel, das sich als sehr hungriges Kätzchen rausstellte. Nachdem wir es ausgiebig gefüttert hatten, ging es weiter nach Nîmes, um eine weitere Stadtführung zu machen. Dort angekommen erwartete uns eine nette Frau, die uns auf Deutsch in die Geheimnisse der Stadt und des Amphitheaters einweihte. So erfuhren wir zum Beispiel, dass es in dem Amphitheater überhaupt keine Spiele mit Löwen oder anderen Raubtieren gab und dass es das einzige runde Amphitheater der Welt ist, dessen Außenmauern noch komplett stehen.
Leider hatten einige der Deutschen Probleme, ihren Schweizer Akzent zu verstehen.
Danach hatten wir endlich Freizeit, die die Mädchen natürlich mit einer ausgedehnten Shoppingtour verbrachten, zu der sie die Jungs verdonnerten. Doch diese machten erstaunlich bereitwillig mit und gaben sogar ihre Meinung zu den ausgewählten und anprobierten Kleidungsstücken.
Schließlich fuhren wir gemeinsam zurück zu Lycée Victor Hugo, um unseren letzten Abend in den Gastfamilien zu verbringen.

Nina Schuster, Jan-Christoph Kohn, Lisa Simolka