Das Beste kommt zum Schluss …

Und so verbrachten viele Schülerinnen und Schüler der beiden Deutsch-Leistungskurse der Jahrgangsstufe 13 ihre letzten Schultage nicht am WHG, sondern in Weimar, der Stadt der Dichter und Denker und weiterer wichtiger Persönlichkeiten.

Wie es sich für Deutsch-LK-Schüler gehört, berichten diese selbst über die verschiedenen Etappen dieser Reise:

Besuch der Wartburg – Geschichte live

Es ist Donnerstag, der 19. Februar, 12 Uhr mittags. 27 Schüler und drei Lehrer steigen einen steilen Berg hinauf, um nach einiger Zeit endlich das 400m hohe Felsplateau zu erreichen. Wofür das Ganze?

Dies war der Auftakt unserer Fahrt nach Weimar. Als Erstes stand nämlich die Besichtigung der historisch wichtigen Wartburg auf dem Plan. Doch der beschwerliche Aufstieg sollte sich von Anfang an lohnen, denn allein der Ausblick, wenn auch durch Nebel beeinträchtigt, war beeindruckend. Nach kurzer Wartezeit im Innenhof der Burg, der bereits einen ersten Eindruck des Palas vermittelte, begann auch gleich die Führung durch die Innenräume. Hierbei erhielten wir einige Einblicke in die architektonischen Besonderheiten, die Bau- und Umbauphasen und wurden außerdem über so manchen Irrglauben bezüglich des Mittelalters aufgeklärt.

Am stärksten bleibt den meisten wahrscheinlich die Elisabethkemenate im Gedächtnis, denn dieser Raum begrüßte uns mit seinen auffälligen Wandmosaiken, welche das Leben der heiligen Elisabeth zeigen, die im 13. Jahrhundert hier lebte. Doch auch der vom Kaiser geächtete Martin Luther prägt das Bauwerk bis heute, denn hier übersetzte er 1521 das Neue Testament und setzte somit einen Meilenstein für die deutsche Geschichte. Das spiegelt sich in der Lutherstube wider, aber auch in der Kapelle der Burg.

Ein weiteres Highlight stellt der Festsaal der Wartburg dar. Noch heute wird er für Konzerte und Theateraufführungen genutzt. Ludwig II. von Bayern, der Märchenkönig, war so beeindruckt, dass er diesen Saal im Schloss Neuschwanstein exakt nachbauen ließ.

Die Wartburg zählt mit Recht zum UNESCO-Weltkulturerbe.

(Kim Arend, Benedikt Bast, Annkathrin Braun, Sharleena Klein, Jeannette Kramer)

 

Besuch der Oper „La Bohème“

Wir sahen Giacomo Puccinis weltberühmte Oper „La Bohème“ (1896) sogleich am Abend unserer Ankunft in Weimar in dem von historischer Wichtigkeit geprägten Deutschen Nationaltheater. Begrüßt von dem legendären Schiller-Goethe-Denkmal betraten wir gespannt die ehrwürdigen Mauern, in denen Richard Wagners „Lohengrin“ uraufgeführt wurde und Franz Liszt als Kapellmeister wirkte.

 

In Ehrfurcht vor dieser Historie bekamen wir eine modernisierte Interpretation von „La Bohème“ zu hören, welche vor allem durch die Verwendung moderner Kleidung in unseren Zeitgeist schwebte und durch die geschickte und innovative Verwendung von Lichtprojektoren ein originelles Bühnenbild zu schaffen wusste. Die Sänger überzeugten durch ihre leidenschaftliche Umsetzung der herzergreifenden Musik; das Orchester fiel ebenfalls durch Wohlklang auf. Dieser Abend war für uns alle von erinnerungswürdiger Qualität.

( Nico Neufeld)

 

 

 

 

 

Schiller und Liszt

Am zweiten Tag in Weimar ging es für uns Schüler zu den Wohnhäusern und Wirkungsstätten von Franz Liszt (1811-1886) und  Friedrich Schiller (1759-1805).

Herr Wüst gab uns als Musiklehrer vor Betreten des Liszthauses eine interessante Einführung in das Leben dieses berühmten Mannes. Dabei erfuhren wir einiges über sein musikalisches Talent, seine Familienverhältnisse und seine Person. Franz Liszt – Klaviervirtuose, Komponist, Abbé, Kapellmeister, Bohemien und Weltbürger – lebte zweimal längere Zeit in Weimar, beim zweiten Mal im umgestalteten ehemaligen Hofgärtnerhaus am Rande des Ilmparks. Bei der Besichtigung seiner ehemaligen Wohnräume konnten wir uns selbst ein Bild machen sowie per Audioguide einigen Werken des Künstlers lauschen.

Nach dem Besuch des Liszthauses machten wir uns auf den Weg zum Wohnhaus Schillers. Schiller war 1802 in das für einen Kaufmann erbaute Haus eingezogen, das er mit seiner Frau Charlotte und seinen vier Kindern bewohnte, und starb hier fast genau drei Jahre später am 9. Mai 1805 an den Folgen einer Lungenentzündung. Wir erfuhren in den Wohnräumen nicht nur etwas über Schillers Leben und Werk, sondern auch über seine Kindheit und seine Familie sowie über das Mobiliar des Hauses. Dies half uns, uns die damaligen Lebensverhältnisse vor Augen zu führen. Auch die Freundschaft zu Goethe, der damals nicht weit entfernt wohnte, wurde thematisiert und so konnten wir uns besser in das Leben dieser „Dichter und Denker“ einfinden.

(Annika Becher, Melina Dietz)

 

 

Herzogin Anna Amalia Bibliothek

Lang ersehnt stand er am Freitagnachmittag an - der Besuch der Herzogin Anna Amalia Bibliothek. Der Traum eines jeden Bücherwurms ist es wohl, einmal im berühmten Rokokosaal dieser Bibliothek zu stehen.

1691 gründete Herzog Wilhelm Ernst von Sachsen-Weimar die Bibliothek. Damals hieß sie noch Herzogliche Bibliothek und befand sich im Residenzschloss des Herzogs.

Besonders gefördert wurde die Bibliothek einige Jahrzehnte später von Herzogin Anna Amalia von Sachsen-Weimar-Eisenach (1739-1807), die 1758 nach dem Tod ihres Mannes die Regierungsgeschäfte für ihren kleinen Sohn Carl August übernehmen musste. Sie veranlasste den Umzug der Büchersammlung in den neu eingerichteten Rokokosaal des Grünen Schlosses und sorgte für die Wiederaufstellung der knapp 30 000 Bände. Zu ihrer Ehrung entschloss man sich 1991 zur Umbenennung der Herzoglichen Bibliothek in Herzogin Anna Amalia Bibliothek.

Anna Amalias Sohn Carl August stellte im Jahr 1797 den wohl berühmtesten Bibliothekaren für die Bibliothek ein: Johann Wolfgang von Goethe. Goethe vergrößerte die Bibliothek (ca. 80 000 Bände im Jahr 1832) und leitete sie bis zu seinem Tod.

Heute ist die Bibliothek Forschungsbibliothek mit dem Schwerpunkt „Deutsche Literaturgeschichte“. Sie besitzt unter anderem die größte Sammlung zur historischen Person Faust und eine Ausgabe der ersten Lutherbibel. Der Bestand beläuft sich auf ca. eine Million Bücher.

2004 kam es zu einem verheerenden Brand, dem ca. 50 000 Bücher zum Opfer fielen. Noch heute arbeiten Restauratoren an der Reparatur von Büchern, die damals durch das Feuer oder auch durch Löschwasser beschädigt worden sind. Doch das Feuer hatte auch seine guten Seiten: So entdeckte man Werke, von deren Existenz man vorher nichts gewusst hatte, wie zum Beispiel Noten von Johann Sebastian Bach. Nach der Restaurierung des Rokokosaales konnte die Bibliothek 2007 wieder eröffnet werden und erfreut sich täglich vieler Besucher.

(Sophia Begasse, Cynthia Brunkow)

 

 

Goethe in Weimar

Dichter, Schriftsteller, Naturforscher, Kunstsammler, Minister, Bibliotheksdirektor, Leiter der Zeichenschule und Theaterintendant – das alles war Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832). Er trug durch seine vielfältigen Aktivitäten zur kulturellen Blüte Weimars bei.

Goethe traf auf Einladung des Herzogs Carl August 1775 in Weimar ein und blieb. 1782 bezog er einen Teil des Hauses am Frauenplan zur Miete, bevor es ihm Herzog Carl August 1792 schenkte. Hier lebte Goethe mit seiner Lebensgefährtin und späteren Ehefrau Christiane Vulpius und seinem Sohn August. Die stilvoll ausgestatteten Wohn- und Arbeitsräume lassen erahnen, wie Goethe damals gelebt und gewirkt hat. Besonders beeindruckend sind die Bibliothek und sein Arbeitszimmer sowie das bescheidene Schlafzimmer, in dem er am 22. März 1832 starb.

(Auszüge aus: Wer lebte wo in Weimar)

Nach dem Besuch des Goethehauses hieß es am Samstagmittag Abschiednehmen.       

Der amerikanische Schriftsteller Thomas Wolfe schrieb nach seinem Weimaraufenthalt im Sommer 1935: „(…) und schließlich nahmen wir schweren Herzens Abschied von dieser wunderschönen alten Stadt, in der (…) so viel vom Geist Deutschlands zu spüren ist, von dem großen, edlen Geist des Idealismus und der Freiheit und Ehrfurcht, den wir alle geliebt haben.“